Veröffentlicht in Allgemein, Blog, Schriftstellerin

Der Weg des Autoren

6. Begrüßung

Zu schreiben ist einfach, alles was danach kommt nicht. Wie ich euch schon einmal erzählte, begann ich „Elohim Saga“ mit 22 Jahren zu schreiben. Ich hatte Szenen, Ideen und Kapitel jedoch bereits als Teenager geschrieben, aber erst mit 22 begann ich richtig an der Reihe zu arbeiten. Ich habe viel umgeschrieben, viel umgeworfen, mehrmals neu begonnen. Und das wieder und wieder. Ich pausierte sogar eine Zeit lang, ehe ich mich noch einmal an das Buch wagte.

Aber darum geht es eigentlich nicht. Es geht darum, was nach dem Schreiben kommt. Mit 26 Jahren entschied ich mich zu veröffentlichen. Ich las viele, viele Seiten und Bücher, begann einen Blog zu schreiben um Erfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und hatte sogar einige erste Testleser.

Ich schrieb Autoren an, die auch selbst  ihre Bücher herausgebracht hatten, um mich mit ihnen auszutauschen. Aber die meisten erzählten mir (wie ich im nachhinein merkte) Lügen oder wollten gar keine Auskunft geben, stattdessen erzählten sie Halbwahrheiten oder sagten irgendwas, um einen los zu werden. Ich kann verstehen, wenn man nicht ständig von Anfängern belästigt werden will, aber wieso sagen sie nicht einfach, dass sie nicht darüber reden wollen, statt so einen Mist zu verzapfen? Das hilf nicht, sondern reitet einen nur so richtig in die Scheiße! Geholfen hat dagegen Annika Bühnemann. Ich las ihren Blog und schrieb mit ihr auch über diverse Probleme.

2017 im Februar, lernte ich auf Empfehlung hin meine damalige Lektorin kennen. Schnell begriff ich, mein Buch nimmt mich aus, wie eine Weihnachtsgans. Es kam ein Lektorat / Korrektorat, dann nach einem halben Jahr die Überarbeitung, dann wieder ein kurzes Lektorat / Korrektorat.

Kurz vor meiner Veröffentlichung merkte ich, dass ich eindeutig zu viel bezahlt hatte. Seht es euch an:

  • Lektorat Nr. 1 = 1.400 €
  • Korrektorat Nr. 1 = 250 €
  • Illustrationen = 960 €
  • Lektorat & Korrektorat Nr. 2 = 500 €
  • Cover = 410 €
  • Bildbearbeitung = 50 €
  • Manuskriptdruck = 60 €
  • Bilderscan = 15 €
  • Bücherankauf = 157,65 €
  • Goodies = 150 €

= 3.814,65 € !!!

Dabei hätte die Hälfte davon nicht einmal sein müssen. Ich werde euch die Kosten genau erklären: Der Preis der Illustrationen ist berechtfertig, weil es wirklich sehr viele Zeichnungen sind und ArtTeasure mir sogar einen Freundschaftspreis gemacht hat, eigentlich hätte ich das doppelte oder sogar dreifache zahlen müssen.

Das ursprüngliche Cover entsprach nicht meiner Vorstellung. Ich hatte mir von einer tollen Designerin ein Cover machen lassen, weil zu dem Zeitpunkt meine Illustratorin aus zeitlichen Gründen eigentlich nicht mitmachen wollte, nahm ich es schließlich einfach. Aber ich war nicht zufrieden. Das merkte auch ArtTreasure, die mir dann doch half, weil sie das Buch so sehr liebte. Sie ist ein riesen Fan der Reihe und sah es als ihre Aufgabe, mir zu helfen. Sie zeichnete das neue Cover und ich bat die Designerin es für den Druck fertig zu machen. Natürlich kostete das auch wieder Geld (was auch verständlich ist), weswegen der Preis oben zustande kam. Zu unserem Leidwesen schreckt viele das Cover ab, weil es zu Mangamässig aussieht. Wer das Buch kennt weiß, das es nicht Mangamässig ist, sondern genau passend zur Geschichte. Und meine Geschichte ist auch kein Jugend- oder Kinderroman, was viele durch das Cover dachten. Ganz im Gegenteil.

Erst hatte ich versucht, die Karten etc. selbst zu zeichnen, hat auch gut funktioniert und eine Bekannte aus Facebook, die mit den Bearbeitungsprogrammen umgehen kann, fragte ich, ob sie diese bearbeiten würde. Was tat sie? Nahm mein Geld und meldete sich nie wieder. Es waren zum Glück nur 50 € Anzahlung, aber Geld ist Geld und das ist nun weg. Nachdem meine Lektorin mir jeweils das Buch zurück gegeben hatte, druckte ich meine Geschichte mit den Kommentaren aus um das Buch besser am PC überarbeiten zu können, daher der Preis des Manuskriptdruckes. Bilderscan ist der Preis für die Illustrationen, die ich alle einscannen ließ. Bücherankauf bedeutet, dass ich zum Druckpreis meine Bücher bei Neobooks kaufte und an Blogger verschenkte.

Nun kommen wir aber zum Schlimmsten Übel von allem! Oh ja, es geht noch schlimmer und zwar habe ich einige Wochen nach dem Veröffentlichen Nachrichten bekommen, dass einige Fehler im Buch sind. Ich denke mir nur HÄ?! Es kam raus, dass mein Buch hunderte Fehler in der Rechtschreibung, Grammatik und Lektorat hatte. Ich versuchte zu retten, was zu retten ging, aber manche von euch haben dennoch das fehlerhafte Buch gekauft oder von mir bekommen (wenn sie Blogger waren). Das war mehr als eine Schande. Es gab nicht nur Fehler in der Grammatik und Rechtschreibung, sondern auch andere Sachen waren falsch, plötzlich hatte eine Figur ständig eine falsche Haarfarbe.

Natürlich hätte ich das auch sehen können, aber wie viele von euch vielleicht selbst die Erfahrung erlebt haben, wird man irgendwann Betriebsblind für seine eigenen Sachen. Und immerhin hatte ich 1800 Euro an die Lektorin bezahlt, damit so etwas nicht passiert. Warum sollte ich also alles noch einmal haargenau durchsehen? Die Fehler mit den Haaren etc, hatte ich alle korrigiert, aber die grammatikalischen Fehler schaffte ich nicht alleine. Das Ende vom Lied: Ich hatte eine neue Lektorin und diese war und ist ein unglaublicher Goldschatz, denn ohne ihr einen Cent geben zu müssen, korrigierte sie das Buch – einfach aus Nettigkeit. Natürlich habe sie gleich behalten. Das ist jetzt meine und ich lasse sie auch nicht mehr gehen.

Einige Leser meinten, mein Buchpreis von 18,99 Euro wäre überheblich und nehme ja nur so einen hohen Preis um mir genug Geld in die Tasche zu stecken. Ganz im Gegenteil. Ich nehme pro Buch 1,30 Euro ein und nicht 18,99!!

Wie man auf dem Beispielbild hier sehen kann. Ich wünschte, ich würde 18,99 Euro für jedes Buch bekommen, aber so ist es nicht. Würde ich mein Buch für unter 18,99 Euro verkaufen, würde ich nur ein paar lächerliche Cent Beträge bekommen und das ist mir zu wenig um irgendwie vielleicht mal die 3.814 Euro wieder zurück zu bekommen.

httpswww.bod.deautorenbuch-veroeffentlichenpreiskalkulation.html

Es geht hier in diesem Text auch nur darum, zu zeigen, wie schwer der Weg als Autorin ist, was für Fehler man machen kann, wo man aufpassen sollte, wie verzweifelt man sein kann und wie oft man alles beenden will, wie oft man weint, wie oft die Brust schmerzt vor Kummer und man nur denkt, bitte lass es aufhören, wenn jemand etwas grauenhaft böses geschrieben hat. Ich habe mit Kritik gerechnet, was auch nicht schlimm ist, aber nicht mit Hass und Bosheit. Ich habe auch mit positiven Feedback gerechnet und den habe ich auch bekommen. Man lernt am schlechten und nährt sich am guten. Aber der Weg ist nicht einfach. Er ist mehr als schwer.

Mehr habe ich nicht zu sagen. Es war keine einfachen Jahre. Aber jetzt wisst ihr, wie es hinter den Kulissen von so manchen Büchern aussieht…

2. Schluss

 

 

Autor:

Schriftstellerin & Künstlerin

3 Kommentare zu „Der Weg des Autoren

  1. Hallo Jennifer, dein Artikel „Der Weg des Autoren“ hat mich darin bestätigt, dass es für mich zu spät ist. Was du alles mitgemacht hast, würde ich nicht aushalten!
    Vor reichlich zehn Jahren hatte ich noch den Mut, meine Geschichten und Gedichte an Verlage zu versenden. Aber die Reaktionen haben mich in tiefe Depressionen gestürzt. Nach einem Jahr versuchte ich es dann noch einmal mit anderen Geschichten. Das Ergebnis war ähnlich.
    Inzwischen habe ich einen Roman fertiggestellt. Eine Nichte von mir, studierte Bibliothekarin, hat ihn gelesen und korrigiert. Sie fand, dass es weitergehen müsste, und das nach rund 400 Seiten. Trotzdem – dein Text bestätigt mich, dass ich mit fast 76 Jahren, hochsensibel und rasch zu beeinträchtigen, nicht mehr auf Veröffentlichung hoffen kann.
    Danke für deinen informativen Text!
    Liebe Grüße und herzliche Glückwünsche zu deinem Durchhalten sendet dir
    Gerel, (auch GERELCA)

    Gefällt 1 Person

    1. Danke schön für deine Worte. Ja, das war und ist immer noch keine einfache Zeit. Ehrlich gesagt, hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das alles vielleicht nicht getan.

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